Aktuelles aus der Klosterbibliothek

Ab und an stellen Ihnen die Mitarbeiter des EHB Projekts eine interessante, kuriose oder wertvolle Besonderheit der Marienberger Bibliothek auf unserer Website vor:


OKTOBER 2014

Zum Gedenkjahr - 1. Weltkrieg

Alice Schalek: Tirol in Waffen. Kriegsberichte von der Tiroler Front. München: Schmidt, 1915. 119 S. : Ill.

Die einzige weibliche k.u.k. Kriegsberichterstatterin im Ersten Weltkrieg, Alice Schalek, veröffentlichte 1915 das Buch „Tirol in Waffen“. Die aus dem jüdischen Bürgertum Wiens stammende Journalistin berichtete von den Stellungen am Ortler und in den Dolomiten. Auch die photographischen Aufnahmen stellte die begeisterte Bergsteigerin selbst her. Mit ihren subjektiv gefärbten Reportagen zog sie sich jedoch die Kritik von Karl Kraus zu. Aus heutiger Sicht wird ihr Trivialisierung und Folklorisierung des Krieges vorgeworfen.

 




JANUAR 2014

Von kayserlichen Kriegßrechten, Malefitz und Schuldhändlen, Ordnung und Regiment

Signatur: IV44H1 Fronsperger, Leonhart: Von kayserlichen Kriegßrechten, Malefitz und Schuldhändlen, Ordnung und Regiment. Franckfurt am Mayn: Feyerabend, 1571-1573. 3 Bde. Zahlr. Ill., graph. Darst.

Leonhardt Fronsberger (1520-1575) aus Ulm stand in habsburgischen Diensten, u.a. bei den Kriegen gegen die Türken.  Sein dreibändiges Werk mit dem Titel „Von kayserlichen Kriegßrechten, Malefitz und Schuldhändlen, Ordnung und Regiment“ gilt als das wichtigste militärische Werk des 16. Jahrhunderts. Das reich illustrierte Buch beschreibt ausführlich das gesamte damalige Kriegswesen „zu Rossz und Fuß, an Geschütz und Munition, in Zug und Schlachtordnung, zu Feld, Berg, Thal, Wasser und Land“. Es erschien erstmals 1566 in Frankfurt am Main. Die Bibliothek von Marienberg besitzt die Ausgabe von 1571-1573.

 





JULI 2013

Die Schedel‘sche Weltchronik

Ein bedeutendes Beispiel deutscher Buchdruckerkunst des Mittelalters, die Weltchronik von Hartmann Schedel aus dem Jahr 1493. Das Werk stellt die Geschichte der Welt von Beginn bis in die Gegenwart des Autors dar. Das Buch ist mit über 1.800 Holzschnitten reich illustriert, darunter zeitgenössische Ansichten der wichtigsten Städte. Marienberg besitzt die unkolorierte Fassung, leider fehlen die Titelseite sowie Blätter am Beginn und am Ende.








AUGUST 2013

Atlas Geographicus portatilis

Signatur: IV43T1
Lotter, Tobias Conrad: Atlas Geographicus portatilis : XXIX. mappis urbis habitabilis regnae exhibens / Caelo accurate expressit Tobias Conradus Lotterus, delineavit et excudit Tobias Lobeck, Chalcograph Augustan.. - [Augsburg] : Lobeck, [ca. 1765]. - [64] Bl. : überw. Kt. ; 12°

Der sehr kleine und handliche Atlas (Maße 14x11 cm) eignete sich sehr gut für Reisende und passte in jede Jackentasche. Er entstand um ca. 1765 in Augsburg in der Werkstatt des Tobias Conrad Lotter. Er besteht ausschließlich aus mehrfarbigen Kartendrucken, welche sich jeweils auf zwei Blätter erstrecken. Lotter ist bekannt für seine unterschiedlichen geographischen Kartendrucke in den verschiedensten Größen, sein bekanntestes Werk ist der „Atlas minor. Praecipua orbis terrarum imperia, regna et provincias, Germania potissimum tabelli 80 exactae delineatis sistens usui militiae ducum ac peregrinantium maxime accommodatus opera“.

Lotters Schaffen erstreckte sich von ca. 1740 bis in das Todesjahr 1777. Seit 1758 hatte Lotter die Werkstatt seines Schwiegervaters zur Gänze übernommen. Sein Sohn Matthäus Albrecht Lotter führte den Verlag nach dem Tod des Vaters bis ins Jahr 1810 weiter.