Einige historische Notizen über die Orgel von Marienberg

Sehr spärlich sind die Notizen über Orgeln in Marienberg bis herauf zu Abt Leonhard Andri, Ende des 16. Jahrhunderts. Eine Orgel wird von Goswin erwähnt: im 14. Jahrhundert sei sie neben dem St. Michaelsaltar gestanden.  Am Prälatenbild des Abtes Johannes III. Harter (1464 bis 1672) ist zwar eine Orgel zu sehen, schriftliche Aufzeichnung sind davon jedoch nicht zu finden.

Abt Leonhard dingte am 10. April 1595 den Orgelmacher Hans Schwarzenbach aus Füssen auf ein ganzes Jahr zum Bau der großen Orgel. Unter seinem Nachfolger Abt Matthias Lang wurde eine eigene kleine Chororgel für den Chorgebrauch im Jahre 1636 aufgestellt, die in Laas gemacht worden war. Bei der Barockisierung der Klosterkirche unter Abt Jacob Grafinger wurde die große Orgel wegen des Staubes vom 10. September 1642 an abgebrochen. Abt Jacob gab nun dem Orgelbauer Carlo Prati, der aus Mailand stammte und sich in Trient nieder gelassen hatte, den Auftrag. Die Pratiorgel und die Chororgel wurden 1699 von den Orgelbauern Philipp Manzin und Carl Laaquar restauriert.

Nach der Aufhebung des Klosters im Jahre 1807 wurde die große Orgel nach Burgeis verkauft. Vergebens bemühte sich Abt Karl nach der Wiederbesetzung des Klosters im Jahre 1816 die Orgel von der Gemeinde Burgeis zurückzubekommen. Darum wurde der Orgelbaumeister Franz Josef Holzhay für eine neue Orgel accodiert. Als Baujahr derselben wird im Familienarchiv der Holzhay das Jahr 1797 angegeben. Sie hatte 16 Register und wurde von ihm und seinen zwei Söhnen in 24 Wochen Arbeit von 1818-1820 erweitert und aufgestellt. P. Martin Ritsch erstellte in den 40 Jahren mit Hilfe gewöhnlicher Tischler und Benützung des noch brauchbaren Materiales und Ergänzung desselben durch Umguss eine neue Orgel anstelle der Holzhay Orgel. Die neue Orgel von P. Martin Ritsch hatte 28 klingende Stimmen auf 2 Manuale und Pedal.

Nur das Werk in Marienberg verriet freilich keinen Meister. Abt Peter Wiesler berief den Orgelbauer Josef Aigner von Schwaz. Er arbeitete vom 27. November 1865 durch 57 Wochen an der neuen Orgel. Die neue Orgel wurde von Abt Peter Wiesler an Dreikönig 1867 eingesegnet. Das neue Werk erhielt drei Manuale mit zusammen 32 klingenden Stimmen und 4 Copulierzüge mit 1836 Metallpfeifen und 2 Zungen und 140 Metall, 112 Holzpfeifen und zwei Zungen im Pedal, wovon Principal 8, Oktav 4, Superoktav 2 und die 5fache Mixtur des 1 Manuals aus reinem Zinn hergestellt wurden, nur die 4 großen Pedalbässe wurden aus Holz, alle übrigen Labialstimmen aus Metall hergestellt.

Der erste Weltkrieg ging auch für die Orgel nicht spurlos vorüber. Am 18. Februar 1918 wurden im Auftrage des K.K. Kriegsministeriums aus der Stiftsorgel durch Alwin Behmann, Orgelmonteur der Firma Behmann Orgelbauanstalt in Schwarzach Vorarlberg, 39 Prospekt Pfeifen ausgebaut. Nach dem Kriege hat dann vom 24. Juli 1922 bis 4 Juni 1923 Johann Platzgummer die Aignerorgel umgearbeitet. Das Orgelwerk zählt jetzt 32 klingende Register. Als neue Register wurden anstelle der zwei Manualzungen eine Viola di Gamba 8 und ein Folee 8 eingesetzt.

In den Jahren 2000/ 2001 wurde die gesamte Orgel durch die Orgelbaufirma Martin Vier (D) vollständig restauriert und auf den Originalzustand von J. Aigner zurück geführt.