Über Jahrzehnte, Jahrhunderte haben Mönche mit viel Fleiß und Sorgfalt verschiedenste Objekte gesammelt, geordnet und verwahrt:

Das Musikarchiv

Die Sammlung der Musikalien umfasst ein sehr breites Spektrum. Es findet sich geistliche Musik aller Art von Gradualien über Messen und Marienliedern bis hin zu geistlichen Liedern. Im Bereich der weltlichen Musik finden wir ebenfalls ein großes Repertoire. Dieses geht von Klavierauszügen von Opern und Operetten bis hin zu weltlichen Instrumental- und Chorstücken.  Dazu kommen theoretische und praktische Lehrsammlungen für fast alle Instrumentgattungen. Die Sammlung umfasst ca. 200 Drucke und über 100 Handschriften. Die ältsten Fragmente sind zwei Pergamentblätter (heute Bucheinbände) aus dem 14. Jh. mit Neumennotation und ein Handschriftbogen mit Choralnoten aus dem 15. Jh. Dazu treten noch Aufführungsvermerke, Widmungs- und Besitzvermerke, musikalische Tagebücher mit Programmzetteln und eine musikalische Zeitschriftensammlung.

 

Gleichfalls besitzt das Stift eine Sammlung von Musikinstrumenten aus verschiedenen Epochen. Diese Sammlung umfasst Streicher, Bläser, Schlag- und Tasteninstrumente aus dem 18. Jahrhundert bis heute.



Briefmarkensammlung

Bei der Briefmarkensammlung des Klosters handelt es sich um eine Generalsammlung „alle Welt“. An die 350 Staaten sind alphabetisch gereiht. Man findet dort etwa Gibraltar neben Grönland oder Jamaica neben Japan. Es sind auch Staaten darunter, die heute aufgrund veränderter politischer Verhältnisse nicht mehr existieren.

Aus Archivaufzeichnungen wissen wir, dass Pater Augustin Gutweniger (1859-1928) ein eifriger Philatelist war. Als Professor am Meraner Gymnasium pflegte er, wie auch seine Mitbrüder, weit über die Grenzen hinaus zahlreiche Briefkontakte.

Später befassten sich Pater Konrad Nussbaumer (1880-1940) und Pater Magnus Trafoier (1909-1968) mit der Philatelie, bis schließlich Pater Leo Obermüller (1913-2001) die Sammlung in die Hand nahm. Der Klosterarchivar Pater Josef Joos (1913-2006) war ihm dabei behilflich.

Es fällt auf, dass alle Patres, die sich mit der Briefmarkensammlung beschäftigten, auch als Bibliothekare tätig waren.

Die Art und Weise, wie die Sammlung angelegt ist, widerspiegelt die einfache, sparsame, genügsame Lebensweise der Mönche.

P. Magnus und P. Leo behielten die von ihren Vorgängern angewandte Form bei. Anhand von Katalogen zeichneten sie die Felder der Markenserien in richtiger Größe und Anzahl auf lose Blätter und befestigten die vorhandenen Marken mittels Klebefalz auf den dafür vorgesehenen Feldern. Gar manches Feld blieb leer.

Die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse in der Zwischenkriegszeit veranlassten Abt Ulrich Patscheider (1928-1957) wohl, einige Briefmarken im Versteigerungswege zu verkaufen. Es war sicher ein willkommener Erlös zur Deckung der hohen Kosten für den Neubau des Ökonomiegebäudes in Burgeis und mehrerer Sanierungsarbeiten im Kloster.

Parallel zur „alle Welt“-Sammlung auf losen Blättern gibt es eine Europa-Sammlung ab 1940, in Einsteckalben geordnet. Einige Alben beinhalten postfrische Marken, einige gestempelte, d.h. von Briefen abgelöste Marken.

 

 

Mineraliensammlung

Die Mineraliensammlung des Klosters kann in drei Bereiche gegliedert werden:

  • Mineralien aus der Lehrmittelsammlung des ehemaligen Meraner Gymnasiums (1724-1928), heute „Beda-Weber“-Gymnasium. Die Lehrmittelsammlung beruht großteils auf Schenkungen und wurde durch Austausch und Zukauf ergänzt. In den jährlich herausgegebenen Programmen sind die Zugänge genau verzeichnet. Den Gönnern und Wohltätern wird namentlich gedankt. Nach dem Ersten Weltkrieg, als der südliche Teil Tirols dem italienischen Staat einverleibt wurde, hatten die katholischen Gymnasien keine Daseinsberechtigung mehr. Die staatliche Anerkennung wurde ihnen entzogen und an allen Schulen war die italienische Unterrichtssprache vorgeschrieben. Diese einschneidenden Vorschriften hatten 1928 die Schließung des Meraner Gymnasiums zur Folge. Die Benediktiner mussten der staatlichen Schulbehörde Platz machen und brachten die Lehrmittelsammlungen nach Marienberg, wo sie bis heute verwahrt sind. Die Lehrmittelsammlung der Mineralien fasziniert durch zahlreiche Fluorite mit ihren verschiedenen Farben und Formen. Ästhetisch schön und wissenschaftlich interessant präsentieren sich die Funde aus dem Raum Südtirol, Nordtirol und Graubünden. Sie umfasst darüber hinaus auch Mineralien aus ferneren Ländern.
  • Josef Schguanin (1887-1972), der weitum bekannte Priester war ein emsiger Sammler. Er verbrachte seinen Lebensabend in Marienberg und hinterließ seine „glitzernde Pracht“ dem Kloster. Der Sohn des Schul- und Gemeinderates in Taufers im Münstertal bestand die Matura am Benediktinergymnasium in Meran mit ausgezeichnetem Erfolg. Nach einem anfänglichen Medizinstudium in Wien wandte er sich dem Theologiestudium in Trient zu. Dort wurde er 1912 zum Priester geweiht. In den folgenden Jahren wirkte er in zahlreichen Pfarreien Südtirols als Seelsorger. Darüber hinaus war er weitum als Sammler und Heimatforscher bekannt. 24 Jahre seines Wirkens verbrachte Josef Schguanin in Villanders (Eisacktal) als Frühmesser. Im dortigen Widum (Pfarrhaus) häuften sich Sammlerstücke, alte Bilder, Statuen, Bücher und vor allem Mineralien. Der eifrige Sammler nutzte jede freie Zeit um in den Bergen der Umgebung zu schürfen. So kam er auf eine stattliche Anzahl von sehenswerten Funden, die er sorgsam auf Regalen, Tischen und zum Teil auf dem Boden anordnete und zum Schutz vor Staub mit Zeitungspapier abdeckte. Gerne zeigte er seine Mineraliensammlung fremden Gästen. Als 80 jähriger zog der Priester mit all seinem Hab und Gut nach Marienberg. Den damaligen Klosterschülern wird der strenge Geschichtsprofessor und Spiritual noch gut in Erinnerung sein, auch ob seines Eintretens für alte Bräuche und gute Sitten. 1972 erlag Josef Schguanin einem schweren Leiden. Eine Marmortafel im Klosterfriedhof bei St. Stephan erinnert an seine letzte Ruhestätte.
  • Sammlung der Konventsmitglieder

    Verwahrer der Sammlung: Abt Markus Spanier und Pater Sebastian Kuenrath (Stand 2013).